Im
tiefsten Winter erkannte ich,
dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.
Albert Camus
Psychotraumatologie
Psychotraumatologie
ist
eine Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den Ursachen, dem natürlichen
Heilungsverlauf und den therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten
traumatischer Erfahrungen befasst.
Ein
Trauma ist jedes Ereignis besonders belastenden Ausmaßes, das
unsere Schutzhülle verletzt und uns mit einem Gefühl von
Überwältigung, Hilflosigkeit, Überforderung, hohem
Stress und existenzieller Bedrohung zurücklässt. Das Erleben
von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Entsetzen gilt als zentrales Kennzeichen
psychischer Traumatisierung und zeigt an, dass die Bewältigungskapazitäten
einer Person überfordert sind und die natürlichen Abwehrreaktionen
bedrohlicher Situationen (Kampf, Flucht) nicht mehr abgerufen werden
können. Spätere zusätzliche belastende Erfahrungen
können auf betroffene Menschen retraumatisierend wirken
und erneut das Erleben von Kontrollverlust auslösen.
Trauma ist ursprünglich ein Schutzreflex des Körpers in
einer bedrohlichen Situation. Es entstehen jedoch Beschwerden auf
körperlicher und psychischer Ebene, wenn sich dieser Schutzreflex
nicht löst, wenn Dissoziation, Kontraktion, Stress und das Gefühl
der Überwältigung anhalten. Verwirrende und beängstigende
psychische und somatische Symptome wie Übererregbarkeit, Flashbacks,
Schlaflosigkeit, Ängste und Panik, Depressionen, Lern- und Konzentrationsstörungen,
chronische Schmerzen, existentielle Verzweiflung und ein tiefes Gefühl
der Entfremdung können die Folgen sein. Diese „zerbrochenen
Verbindungen“ zeigen die Fragmentierung der Beziehung zu sich
selbst, zu anderen und der größeren Matrix an, die im menschlichen
Leben unterstützend wirkt; das gleicht dem, was Martin Buber
„eine Wunde in der Ordnung des Seins“ nannte. Als Traumafolgeeerkrankung
entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Der
Organismus reagiert, als würde die Bedrohung noch anhalten.
Manchmal erscheinen Symptome erst einige Zeit nach dem Ereignis, sie
können auch erst in einer späteren Lebensphase auftreten,
und meist kann medizinisch keine organische Ursache dafür gefunden
werden.
Wenn man schwere Erlebnisse aus eigener Kraft nicht verarbeiten kann,
entstehen verwirrende, beängstigende psychische und somatische
Symptome wie Übererregbarkeit, Flashbacks, Schlaflosigkeit, Panik,
Depressionen, Ängste, Lern- und Konzentrationsstörungen,
chronische Schmerzen u.a., as heißt
Trauma
ist eine allgemeine menschliche Erfahrung, die jedem von uns jederzeit
begegnen kann. Wir Menschen besitzen jedoch die Fähigkeit, ein
Trauma zu verarbeiten und uns wieder zu erholen. Viele der beschriebenen
Symptome sind reversibel.
Wieder handlungsfähig zu werden, die Kontrolle über unser
Erleben und Verhalten zurück-zugewinnen, das traumatische Geschehen
zu benennen und zu begreifen, es schließlich in unser Leben
zu integrieren und unser Leben dadurch zu verändern - das ist
die Überwindung des Traumas. Wir folgen dabei unserer natürlichen
Tendenz zur Selbstheilung.
Oft
bleibt die Ursache einer Traumafolgeeerkrankung im Verborgenen. Der
Körper trägt die Geschichte. Er zeigt auch den Weg, der
wieder zurück zu Gesundheit und Ganzheit führt.
Traumatisierende
Erfahrungen können
Unfälle,
Krankenhausaufenthalte, Operationen oder Verletzungen,
Verlust und plötzliche Todesfälle, Naturkatastrophen, Gewalt,
Krieg, Missbrauch,
wiederkehrende und/oder lang andauernde schlimme Erfahrungen, Mobbing
emotionale und körperliche Vernachlässigung, Bindungstraumata,
Inzest,
chronische Überbeanspruchung, Entbehrungen,
emotionale, körperliche, soziale (Lebens-)Krisen,
länger andauernde posttraumatische Symptome,
somatoforme Schmerzstörungen und traumabedingte Syndrome wie
zum Beispiel Fibromyalgie, Migräne etc.,
Generationentrauma (Krieg, wiederkehrenden Familientraumata) sein.
Genaueres
finden Sie in meinem Fachartikel über Trauma [Download PDF-160KB]