
Methoden
Ich
setze die Methoden des
Somatic Experiencing (SE) nach Peter A. Levine,
die systemische Social Traumatherapie von Anngwyn St. Just,
stabilisierende Techniken der imaginativen Traumaarbeit und Elemente
der Ego State Arbeit nach Luise Reddemann sowie
der Achtsamkeitsarbeit nach Jon Kabat Zinn ein.
Traumata wurden bisher als psychische Störung verstanden. Die
während eines bedrohlichen Ereignisses ablaufenden körperlichen
Reaktionen und die wichtige Rolle, die der Körper bei der Entstehung
von Trauma spielt, finden leider noch zu wenig Beachtung.
Peter A. Levine hat in 35 Jahren Forschung erkannt, dass die Grundlage
von Trauma eher physiologisch als psychisch ist. Wenn unsere angeborenen
Überlebensreaktionen wie Kampf und Flucht nicht möglich
sind, folgt ein Zustand der Erstarrung (freeze) und des Kollaps. Bleibt
der Organismus in freeze oder Kollaps über längere Zeit
stecken, entsteht als Traumafolge eine posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS). Der Organismus reagiert, als würde die Bedrohung immer
noch anhalten.
Um Trauma
zu verstehen, muss sich die moderne Psychotraumatologie mit den Körper-phänomenen
auseinandersetzen. Bisher fehlte das Verständnis dafür,
wie sich durch traumatischen Stress die ganze Körperwahrnehmung
verändern kann. Die Neuropsychologie weist auf den Verlust von
körperlicher (nicht nur seelischer) Kohärenz bei Trauma
hin. Der ganze Körper ist als funktionale Landkarte im Gehirn
repräsentiert; Gefühle, Emotionen, Gedanken und unser Bewusstsein
sind durch den Körper gesteuert. Geist ist nicht denkbar ohne
die Informationen des Körpers. Wir erfahren uns selbst und die
Wirklichkeit durch die Anatomie des Körpers. Bei der Aufarbeitung
traumatischer Erfahrungen muss deshalb die körperliche Reaktion
auf das verursachende Ereignis verstanden und berücksichtigt
werden.
Ein umfassendes
Verständnis der neurobiologischen und physiologischen Traumareaktion
ist die Voraussetzung für die Arbeit mit traumatisierten Menschen.