Zeile für Zeile
Meine eigene Wüste
Zeile für Zeile
Mein Paradies
Marie Luise Kaschnitz

Schreiben

ist für mich ein Königsweg für Menschen in Entwicklung und Veränderung. Es erleichtert den Zugang zu den versteckten, nicht gelebten Fähigkeiten und bringt unser Denken und unsere Assoziationen in Fluss. Schreiben eröffnet uns den Zugang zu unserem tieferen assoziativen Wissen. Schreiben fordert vor allem uns selbst, unsere ganze Aufmerksamkeit, unser Sich-Einlassen auf Gefühle und Gedanken, unsere Geschichte und Erinnerungen. Mit allen unseren Sinnen und Lebenserfahrungen finden wir unsere eigene Sprache.

Schreiben …

• als kreative, gestaltende Tätigkeit, aus dem Bedürfnis, sich auszudrücken, sich mitzuteilen, aus Freude an Ausdruck und Sprache, an Phantasie und Kreativität.

• Beim biographischen und therapeutischen Schreiben ist Schreiben ein Werkzeug, mit Schmerz, Trauer und belastenden Erfahrungen umzugehen, ein Instrument, um uns von der Macht dessen, was uns geschehen ist, zu befreien. Mit dem Niederschreiben und Benennen gelangen wir zu einem Gefühl von innerer Verantwortung für unseren Prozess.
Wir entdecken unsere Stimme.
Wir finden den roten Faden unseres Lebens.

Schreiben ist ein Handwerk, und eine bewährte und gut untersuchte Methode zur Trauma-verarbeitung, die dem EMDR vergleichbare Ergebnisse erzielt (“The effects of Writing therapy in comparison to EMD/R on traumatic stress“, by Lisa Largo March and C. Richard Spates, Western Michigan University).

 

Schreibworkshops
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Schreiben und Fibromyalgie

Ihre traumatischen Erlebnisse niederzuschreiben hilft Fibromyalgie-Patienten.

Die Niederschrift der tiefsten Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit persönlichen traumatischen Erfahrungen hat als Therapieform bereits bei unterschiedlichen Krankheiten positive Effekte gezeigt (z. B. RA, Asthma und Brustkrebs). Sowohl physische als auch psychische Aspekte der Krankheit wurden dabei verbessert. In einer Studie wurde nun der Erfolg einer solchen Therapie bei Fibromyalgie-Patientinnen untersucht. Die Autoren weisen dabei auf den im Vergleich zu anderen Krankheiten besonders hohen Anteil von Fibromyalgie-Patienten mit sexuellem oder physischem Missbrauch in der Vorgeschichte hin.

Als Ergebnis zeigte sich nach 4 Monaten in der Trauma-Niederschrift-Gruppe bei allen drei erhobenen Parametern eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Zeitpunkt vor der Behandlung und gegenüber den beiden Kontrollgruppen. Diese Verbesserung hielt einige Monate an.

Die Autoren folgern daraus, dass eine solche Therapie einen deutlichen positiven Effekt auf Fibromyalgie-Patienten hat.

Diese Studie bestätigt, dass durch die Beschäftigung mit in der Vergangenheit erlittenen persönlichen traumatischen Ereignissen, die der Auslöser oder Unterstützer verschiedener, vor allem psychosomatischer Erkrankungen sein können, positive Effekte auf den Verlauf vieler Erkrankungen möglich sind.

Quelle: Broderick J E, Junghaenel D U, Schwartz J E: Written Emotional Expression Produces Health Benefits in Fibromyalgia Patients. Psychosom Med 67 (2005) 326-334