Hochbegabung

„Glück bedeutet, sein Potenzial zu 100 Prozent verwirklichen zu können.“ Czikszentmihalj

2 bis 3% aller Kinder und Erwachsenen eines Jahrgangs sind hochbegabt.
Eine hohe Begabung bedeutet die Befähigung zu besonders effektiven Denkprozessen, zu besonderen Leistungen auf verschiedenen Gebieten. Die überwiegende Mehrzahl der hoch Begabten ist nicht nur auf geistiger Ebene, sondern auch auf emotionaler, sozialer und sensorischer Ebene hoch empfindsam.

Die Verwirklichung dieses Potenzials hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie einem verständnisvollen Umfeld, persönlicher Motivation und Selbstvertrauen und Lernen ab. Wenn diese Faktoren nicht oder nur teilweise vorhanden sind, kann die hohe Begabung nicht in gute (Schul)leistungen umgesetzt werden und wird nicht erkannt. Begabungseinschätzungen durch Eltern und Lehrer sind aber meist durch Schulleistungen beeinflusst.

Wenn begabte Kinder in ihren Fähigkeiten und ihrem Anders-Sein aber nicht erkannt und unterstützt werden, wenn sie das Gefühl haben, nicht verstanden, nicht ihrem Hunger gemäß „gefüttert“ zu werden, beginnen sie zu leiden.

Nicht erkannte hoch Begabte fallen auf durch
• herausforderndes, störendes Verhalten, Aggressivität (meist Jungen)

• äußerliche Anpassung, innere hohe Unzufriedenheit
• Rückzug, Depressivität, psychosomatische Beschwerden (meist Mädchen)
Oft fehlt es auch an Lernstrategien und dem strukturierten Umgang mit Lerninhalten.

Wenn es gelingt, dieses Anders-Sein für sich selbst als Gabe und Herausforderung (Schatz) und nicht als Belastung zu erkennen, gelingt es oft auch, Lernprobleme, psychische oder psychosomatische Probleme, Unruhe und Unzufriedenheit zum Verschwinden zu bringen.

Die Verpflichtung zur Förderung auch der hoch begabten Kinder wird von der Schule aus verschiedensten Gründen noch nicht flächendeckend wahrgenommen. Momentan zeichnet sich eine Entwicklung ab, nur die leistungsstarken, unproblematischen und angepassten hoch Begabten zu fördern.
Das Verständnis für die schwierigen, sensiblen, kreativen, introvertierten, unangepassten und kritischen hoch begabten Kinder bleibt auf der Strecke, sie fallen durch das Netz der schulischen Begabtenförderung.